15.09.07

SAISONVORSCHAU, TEIL V

ALBA VOLÁN SZÉKESFEHÉRVÁR

Gründungsjahr: 1978
Meistertitel: acht (in Ungarn 1981, 1999, 2001, 2003-2007)
Heimhalle: Székesfehérvári Jégcsarnok (3.500 Plätze, davon 970 Sitzplätze)
Homepage: www.albavolanfevita.hu
VSV-Bilanz 2006/07: Keine Bewerbsspiele.


Das ungarische Eishockey befindet sich zweifellos im Aufwind, vor allem das Nationalteam lieferte in den vergangenen Jahren achtbare Resultate. Seit dem Aufstieg in die B-Gruppe im Jahr 2000, damals begünstigt durch die Aufstockung und Teilung der Division I in zwei Gruppen, spielt man konstant und ohne Abstiegsgefahr in jener mit. Schon 2002, beim Heimturnier in Dunaújváros und Székesfehérvár, scheiterte Ungarn nur am seither unter den Top-16 etablierten Dänemark, im letzten Jahr stand nur Gastgeber Slowenien einem ungarischen Aufstieg in die A-Gruppe (zuletzt 1964) im Weg. In einem Vorbereitungsspiel wurde vor fast 10.000 Zusehern in Budapest sogar Schweden (das allerdings nur mit einer Auswahl junger Spieler aus der Elitserien antrat) mit 2:1 nach Verlängerung besiegt.
Der Aufwärtstrend der Nationalmannschaft soll sich nun auch langsam auf das hinterher hinkende Klubhockey übertragen und so war es fast logisch, dass der stärkste Klub des Landes früher oder später den Weg in die EBEL suchte.
Székesfehérvár spielte seit dem Ausstieg der österreichischen Mannschaften im Jahr 2000 durchgehend in der länderübergreifenden Interliga, in der letzten Saison holte man sich dort mit einem souveränen 3:0-Sieg in der Best-of-five-Serie gegen Slavija Ljubljana/SLO auch den Titel. Später wurde außerdem - ebenfalls ohne Niederlage in der Finalserie - der ungarische Meistertitel geholt, chancenloser Gegner dabei war mit Dunaújváros der zweite ungarische Verein aus Interliga-Saison 1999/2000, als auch der VSV noch in dieser spielte. Für Alba Volán war es der achte Meistertitel der Vereinsgeschichte, der fünfte seit 2003 in Folge.
Die Dominanz in ungarischer Liga und Interliga sowie die respektablen Ergebnisse im Continental Cup, dessen Finalturnier zuletzt drei Mal in Folge in Székesfehérvár ausgetragen wurde (2005 ein Sieg gegen den HC Milano Vipers/ITA, 2006 nur knappe Niederlagen mit einem Tor gegen den Züricher SC Lions/SUI und Lada Togliatti/RUS), ließen die Verantwortlichen von Alba Volán immer intensiver über ein Aufnahmeansuchen in die EBEL nachdenken. Schließlich zeigte man sich sogar mit den leicht unverschämten Bedingungen der Vereine der Liga (u.a. müssen die Ungarn bei ihren Heimspielen jedem Gastteam die Hotelkosten für die Übernachtung bezahlen) einverstanden, bei der Ligasitzung im Mai wurde der Klub als zehnte Mannschaft für die EBEL Saison 2007/08 aufgenommen.
Dort allerdings erwarten Székesfehérvár wohl übermächtige Gegner, die ihre Kader teilweise mit massenhaft Legionären aufgerüstet haben und bei denen deutlich professioneller gearbeitet wird, als in der ehemaligen ungarischen Kaiserkrönungsstadt. Alba Volán wird in seiner ersten Bundesliga-Saison wohl viel Lehrgeld zu bezahlen haben, vom Kader her ist man erster Anwärter auf einen Platz in der Qualifikationsrunde. Der Verein hat vor dem Ligaeinstieg, ähnlich wie der HK Jesenice im Vorjahr, versucht, möglichst viele einheimische Spitzen- bzw. Nationalspieler im Kader zu vereinen: So kamen sechs Neuzugänge von anderen ungarischen Vereinen, wurden zwei Legionäre aus Schwedens zweiter Liga zurückgeholt und stehen nunmehr neun Spieler im Roster, die im Vorjahr so erfolgreich für Ungarn im WM-Einsatz in Ljubljana waren. Dieser Stamm wird um vier Legionäre ergänzt, die zwar gut ins Konzept von Trainer Jan Jasko passen mögen, die von ihren jeweiligen bisherigen Karriereverläufen her jedoch größtenteils nicht zu den überdurchschnittlichen „Fremdarbeitern“ der EBEL zu rechnen sind. Für sie gilt daher Selbiges wie für den gesamten Klub an sich: Man kann nur überraschen! Jedes Team, das Székesfehérvár am Ende der Saison hinter sich lässt, wäre ein Erfolg.

Gegner des VSV war Alba Volán erst in vier Bewerbsspielen der Vereinsgeschichte, allesamt im Rahmen der Internationalen Eishockeyliga (IEL) in der Saison 1999/2000. Vier Mal verließen dabei die Adler als Sieger das Eis (Tordifferenz: 21:8), nur in einer Partie, als der VSV ohne Stürmerstar Cavallini in Ungarn zu Gast war und Kent Salfi erst mit dem 26.Penalty die Partie entschied, konnte Székesfehérvár auch punkten. Erfolgreichste Torschützen der Ungarn waren in den bisherigen Begegnungen dieser beiden Klubs mit jeweils drei Treffern die Vereinslegende Krisztián Palkovics, der auch heute noch im Kader steht, sowie der im Sommer abgewanderte József Csibi.


Bisherige Duelle:

12.10.1999 (IEL), EC VSV - Alba Volán 7:3 (2:0, 3:0, 2:3)
Tore: Unterluggauer (2), H. Hohenberger, Kromp, Kowalczyk, Martin Pewal, Purdie - Palkovics (2), Csibi.

17.10.1999 (IEL), Alba Volán - EC VSV 1:7 (0:3, 1:4, 0:0)
Tore: Lvov - Searle, Kowalczyk, Kromp, H. Hohenberger, Puschnig, Salfi, Lanzinger.

28.11.1999 (IEL), Alba Volán - EC VSV 3:4 n.P. (0:1, 2:1, 1:1)
Tore: Rajz, Palkovics, Csibi - Schurian, H. Hohenberger, Schlegel, Salfi (P)

9.1.2000 (IEL), EC VSV - Alba Volán 3:1 (1:0, 1:0, 1:1)
Tore: Puschnig, Schlegel, Cavallini - Csibi.



TEAMBEWERTUNG


TORHÜTER
Alba Volán geht mit einer klaren Nummer eins zwischen den Pfosten in die Saison: Krisztián Budai (28), der noch nie für einen anderen Verein spielte, hat seinen Stammplatz sicher. Er gilt im ungarischen Nationalteam als Nummer zwei, kam aber bei jeder der letzten sechs Weltmeisterschaften zum Einsatz und brachte es bisher insgesamt auf 58 Länderspiele. Seine Schwäche ist eindeutig die Konstanz, erwischt er allerdings einen guten Tag, so kann er seine Mannschaft auch gegen übermächtige Gegner im Spiel halten, was er bereits im Continental-Cup mehrfach bewiesen hat. Er ist Székesfehérvárs Schlüsselspieler in der kommenden Saison, denn nur in Partien, in denen er überzeugend hält, wird sein Team eine Chance auf Punkte haben.
Seine Backups sind zwei junge Keeper: Dem von Fehérvári zurückgekehrten Zoltán Becze (22), der schon zuvor langjähriger Backup bei Alba Volán war, und dem erst 19jährigen Zoltán Hetényi, der sowohl in der U18 als auch in der U20 Ungarns Nationaltorhüter ist, fehlt es jedoch ganz klar an Erfahrung.
Für alle drei Keeper gilt, was im Vorjahr zu Saisonbeginn am Beispiel Jesenice eindrucksvoll zu sehen war: Der Teilnahme einer ganzen Mannschaft an einer neuen Liga stellt die Torhüter im Team vor die größte Herausforderung, da ihre erfolgreiche Arbeit so sehr von der Kenntnis der Gegenspieler abhängt, wie es in keinem anderen Mannschaftsteil der Fall ist. Den Torhütern der Ungarn sollte dementsprechend eine unumgänglich notwendige Eingewöhnungsphase in der EBEL zugestanden werden.

VSV-Blog-Bewertung:




ABWEHR
In der Defence setzt der Klub auf erfahrene Akteure, die jedoch ausnahmslos erst beweisen werden müssen, dass sie auf Bundesliga-Niveau mithalten können. Einziger Legionär in der Abwehr ist mit dem Tschechen Michal Dostal (28) ein Neuzugang aus der vierten deutschen Liga. Zuvor pendelte er jahrelang zwischen den ersten und dritten Ligen Tschechiens und der Slowakei, wobei er in keiner seiner Erstligasaison auf eine positive Plus/Minus-Bilanz verweisen kann, was angesichts seiner an sich defensiven Grundausrichtung einige Aussagekraft hat. Neben ihm stehen zwei Doppelstaatsbürger in den Abwehrreihen Székesfehérvárs: Rastislav Ondrejcik (34), geborener Slowake, mittlerweile jedoch mit Länderspielen für Ungarn, ein solider aber offensiv sehr ungefährlicher Defender, und der körperlich sehr starke gebürtige Kanadier Omar Ennaffati (27). Er hat zwar nach wie vor keinen Vertrag beim Klub, dürfte aber dennoch in seine dritte Saison im Trikot von Alba Volán gehen.
Neu im Team ist der vielgepriesene 140-fache ungarische Teamspieler Viktor Tokaji (30), der jahrelang für den Konkurrenten Dunaújváros spielte und sich im Vorjahr beim schwedischen Zweitligisten Huddinge versuchte. Beim Tabellenletzten kam er jedoch in 38 Partien nur auf einen Saisontreffer und verzeichnete zudem die schlechteste Plus/Minus-Statistik im gesamten Kader und die drittschlechteste aller Spieler in der Allsvenskan. Ebenfalls ein einheimischer Neuzugang ist Nationalspieler András Horváth (31/158 Länderspiele) von Újpesti Budapest.
Der Rest der Abwehrspieler spielte auch schon im Vorjahr für den achtfachen ungarischen Meister: Kapitän Balázs Kangyal (38), 212 Länderspiele und - da im elften Jahr im Verein - schon Teil der IEL-Mannschaft von 99/00, Nationalspieler Bence Svasznek (32) sowie der filigrane Eigenbau- und Ergänzungsspieler Gergely Borostyán (25).
Székesfehérvárs Abwehr ist unterm Strich sehr ausgeglichen besetzt und kann viel Erfahrung aus Liga- und Länderspielen einbringen. Was jedoch unmissverständlich fehlt, sind kreative, offensiv orientierte Defender. Bei den vielen braven Defensivarbeitern im Kader hätte der Mannschaft speziell fürs Powerplay ein Legionär für die blaue Linie sehr gut getan.

VSV-Blog-Bewertung:




ANGRIFF
In der Offensive verfügt Alba Volán über eine ganze Reihe großer Namen aus der ungarischen Eishockeyszene. So bildet etwa das Trio Krisztián Palkovics, Gábor Ocskay (beide 32) und Csaba Kovács (23) eine sehr gefährliche Sturmlinie. Alle drei sind echte Urgesteine im Verein, spielten nie für einen anderen Klub und sind alle aktuelle Nationalspieler mit zusammen über 400 Länderspielen. Ocskay ist als Center das Hirn des Blocks, während speziell Palkovics, der vor Jahren wie erwähnt schon gegen den VSV seine Treffsicherheit unter Beweis stellte, die Rolle des Vollstreckers (375 Ligatore für den Verein) ausfüllt.
Mit dem großgewachsenen Tamás Gröschl (27), dem ukrainisch-ungarischen Doppelstaatsbürger Artjom Vaszjunyin (23) und Center Gergely Majoross (28) hat Alba Volán drei weitere aktuelle ungarische Nationlspieler in seinen Reihen, die allesamt als hart arbeitende Spielertypen bekannt sind und sich daher wohl in den nicht in erster Linie fürs Scoren zuständigen Blöcken wiederfinden werden.
Legionäre hat Székesfehérvár für den Angriff bisher drei unter Vertrag genommen. Aktuellster Neuzugang ist dabei der 30jährige Franco-Kanadier David Gosselin, der für die Nashville Predators sogar NHL-Erfahrung (13 Einsätze) gesammelt hat. In den vergangenen vier Jahren spielte er in Deutschland, 2004/05 zusammen mit den nunmehrigen Villachern Dany Bousquet und Gert Acker bei den Kassel Huskies. Im Vorjahr war Gosselin, der in seiner Karriere schon knapp 1.500 Strafminuten sammelte, beim Zweitligisten SC Bietigheim-Bissingen erfolgreich: 43 Punkte (davon 20 Tore) in 49 Partien.
Ein weiterer neuer Kanadier ist Kurt MacSweyn (26), der ebenfalls aus Deutschland zum Verein stösst und im Vorjahr für 89 Punkte in 56 Einsätzen für den Drittligisten Bad Tölz verantwortlich zeichnete. Der dritte Legionär ist mit dem Slowaken Michal Stastny (34) ein in Österreich nicht ganz unbekannter: 2004/05 spielte er recht erfolgreich (25 Spiele/32 Punkte) für den Nationalliga-Klub EV Zeltweg, seitdem trägt er das Trikot von Alba Volán, wo er in den vergangenen zwei Jahren nahezu gleich viele Punkte sammelte wie Spiele bestritt.
Zu den drei Legionären und sechs Nationalspielern gesellen sich vier junge, im Sommer vom „kleinen Bruder“ in der Stadt, Fehérvári Titánok (im Vorjahr Letzter in der ungarischen Liga), geholte Ergänzungsspieler: István Sofron (19), Dániel Kóger, Péter Németh, Ádám Hegyi (jeweils 18) sind allesamt ungarische Jugend-Nationalspieler und sollen in einer vierten Nachwuchsformation an das EBEL-Niveau herangeführt werden.

VSV-Blog-Bewertung:




TRAINER
Jan Jasko (48) ist im österreichischen Eishockey ein unbeschriebenes Blatt. Der Slowake, als Spieler zwar gedraftet, später allerdings primär in der zweiten finnischen Liga aktiv, geht in seine zweite Saison als Trainer von Alba Volán, das er gleich in seinem ersten Jahr zum Meisteritel in der ungarischen Liga und der Interliga führte. Zuvor arbeitete er als Headcoach des slowakischen Traditionsvereines Slovan Bratislava und als Co-Trainer des slowakischen Nationalteams. Dementsprechend dürfte er als Vertreter der klassischen (tschecho-)slowakischen Schule auf technisch versiertes, allerdings wenig risikoreiches Eishockey setzen. Diese Handschrift war auch schon im Vorjahr zu erkennen, als Székesfehérvár im Grunddurchgang der ungarischen Meisterschaft in 24 Partien nur 33 Gegentreffer hinnehmen musste. Heuer sind die Gegner jedoch zweifellos von einem anderen Kaliber und es bleibt abzuwarten, wie erfolgreich eher defensiv angelegtes Eishockey angesichts der in ihren Möglichkeiten vegleichsweise eher beschränkten Mannschaft in der EBEL sein wird. Jasko steht vor der sehr schwierigen Aufgabe, seine Mannaschft in einer für ihn unbekannten Liga als Neuling zu etablieren und konkurrenzfähig zu machen.

VSV-Blog-Bewertung:

VSV-TORMUSIK 2006/07

137 Tore unserer Adler in der heimischen Stadthalle wurden im Vorjahr mit der von „VilPat (Austrian-NHL)“ zusammengestellten Tormusik gefeiert. Hier gibt’s den Download des Soundfiles, Torsirene inklusive.
DOWNLOAD VSV-TORMUSIK 2006/07 (*.mp3, 725KB)

14.09.07

DIE NEUE GÄSTEKABINE

Ein erster Blick in die nunmehr im Vergleich zum Vorjahr doppelt so große Gästekekabine der Villacher Stadthalle. Foto: Helmut Gram/Kleine Zeitung (Printausgabe vom 14.9.2007).


13.09.07

VSV SO GUT WIE FIX IM EUROREGIONE-FINALE

Der HC Alleghe schlug am Donnerstag-Abend in der VSV-Gruppe des Euroregione-Turniers den HCJ Milano Vipers mit 3:2. Das bedeutet, dass sich der VSV am Samstag gegen Milano eine Niederlage mit bis zu vier Toren Differenz leisten kann und dennoch am Sonntag im Finale gegen Olimpija Ljubljana stehen würde.

SAISONVORSCHAU, TEIL IV

HK JESENICE

Gründungsjahr: 1948
Meistertitel: fünf (in Slowenien 1992-1994, 2005, 2006)
Heimhalle: Dvorana Podmežakla (4.700 Plätze, davon 1.200 Sitzplätze)
Homepage: www.hkjesenice.si
VSV-Bilanz 2006/07: 8 Spiele; 5 VSV-Siege, 3 Niederlagen (davon eine im Penaltyschießen); Torverhältnis 32:30 (+2). Top-Scorer: Gauthier 13 (3+10), Peintner 11 (6+5), Bousquet 10 (2+8) bzw. Fox 13 (3+10), D.Rodman 11 (7+4), M.Rodman 8 (3+5).


Der vielerorts von einer gehörigen Portion Skepsis begleitete Einstieg des HK Jesenice in die österreichische Bundesliga zur Saison 2006/07 kann heute, ein Jahr später, als voller Erfolg gewertet werden. Die in ihrem finanziellen Spielraum vergleichsweise stark limitierten Nordslowenen legten nach einer Schwächeperiode der Eingewöhnung zu Saisonbeginn eine begeisternde Spielzeit hin und verpassten die Play-Off-Qualifikation erst im Penaltyschießen der allerletzten Runde gegen den direkten Konkurrenten, die Vienna Capitals.
In der Stahlstadt am südlichen Portal des Karawankentunnels hatte der Verein fast alles, was im slowenischen Hockey Rang und Namen hat, in seinem Kader versammelt, Trainer Matjaž Kopitar, der Vater von Sloweniens erstem NHL-Spieler der Geschichte, Anže Kopitar, formte aus diesem ein enorm spielstarkes und technisch versiertes Team, das die EBEL massiv bereicherte. Das erste ausländische „Gastteam“ der noch jungen Ligageschichte gewann die Herzen der österreichischen Eishockeyfans im Sturm und kann sich zweifellos als das beliebteste Team der abgelaufenen Meisterschaft bezeichnen. Speziell die Karawankenderbys gegen den VSV waren dabei richtiggehende Hockeyfeste auf hochklassigem Niveau, mit vielen Auswärtsfans und einer meist beeindruckenden Stimmug (im Schnitt sahen fast 3.800 jedes der acht Derbys zwischen Villach und Jesenice). Auch sonst zog Jesenice speziell auswärts viele Interessierte an, von den beiden Finalisten Salzburg und VSV abgesehen, die ihren Schnitt in den Play-Offs noch erhöhen konnten, hatte Jesenice den drittbesten Zuseherschnitt auf fremdem Eis - ein eindrucksvoller Beweis für die Attraktivität der Slowenen.
Doch wie es für eine Liga, in der das Gefälle hinsichtlich der finanziellen Potenz ein derart starkes ist, fast zu erwarten war, kam dem HK Jesenice im Laufe der Sommerübertrittszeit ein großer Teil seiner stärksten Akteure abhanden. Nicht nur Trainer Kopitar, der Nachwuchscoach in Übersee wird, verließ den Klub, auch Torhüter Kotyk und gleich die fünf punktbesten Stürmer des Vorjahres wurden von anderen EBEL-Klubs abgeworben. Der neue kanadische Übungsleiter Kim Collins muss also - speziell im Angriff - eine völlig neue Mannschaft zusammenbasteln. Wie gut ihm das angesichts der beschränkten finanziellen Möglichkeiten gelingen wird, bleibt abzuwarten, denn der enorme Aderlass beim Offensivpersonal ist eigentlich unmöglich auszugleichen. Doch der HK Jesenice wurde auch schon im Vorjahr, speziell nachdem es in den ersten sieben Partien nur einen Sieg gab, unterschätzt, außerdem dürften die Slowenen vom Modus profitieren: Waren es im Vorjahr noch vier Teams, die es hinter sich zu lassen galt, um es in die Play-Offs zu schaffen, sind es heuer bei vergößerter Liga nur deren zwei. Und das ist Jesenice in jedem Fall zuzutrauen!

In den heißen Karawanken-Derbys gegen den VSV hatten die Adler im Vorjahr in der Gesamtbilanz die Nase vorne: Fünf VSV-Siegen standen zwei des HK Jesenice sowie ein weiterer nach Penaltyschießen gegenüber, Tordifferenz 32:30 für Blau-Weiß. Speziell daheim, wo Villach keines der vier Duelle verlor, war der VSV stärker, im Dvorana Podmežakla zu Jesenice mit seiner massiven, fast erdrückenden Stehplatztribüne, hatten jedoch meist die Slowenen das bessere Ende für sich. Im Besonderen beim 7:3-Kantersieg im November und beim 5:2 im Jänner, als Jesenice nach nur 5:08 schon mit 4:0 führte. Auffällig in den letztjährigen Duellen der damaligen Meisterteams aus Slowenien und Österreich war sicher, dass sich die Villacher Sturm-Legionäre gegen diesen Gegner besonders schwer mit dem Toreschießen taten: Alle vier zusammen brachten es in acht Partien auf nur zehn Tore. Dafür fand vor allem Thomas Raffl Gefallen an Spielen gegen Jesenice: Gleich fünf seiner acht Saisontreffer erzielte er gegen den Vorjahresfünften.



TEAMBEWERTUNG


TORHÜTER
Seamus Kotyk, im Vorjahr statistisch gesehen mit 91,71% Save-Quote der zweitbeste Torhüter der Liga, ist dem Ruf aus Innsbruck erlegen, dennoch hält sich der Verlust für die Slowenen stark in Grenzen. Zunächst mal, da der Kanadier verletzungebedingt weniger als die Hälfte der Spiele bestritt. Sein Ersatzmann Gaber Glavič (29) fand sich nach katastrophalem Saisonauftakt mit der Zeit immer besser in der Liga zurecht und erreichte am Ende sogar noch einen niedrigeren Gegentorschnitt als wesentlich namhaftere Goalies der Liga wie Passmore, Verner, Dalpiaz oder Fankhouser. Sogar die Nummer drei, Andrej Hočevar (22), gewann für seine Mannschaft - etwa beim 4:3-Sieg in Wien - Partien.
Dennoch hat Jesenice auf den Abgang Kotyks reagiert und einen alten Bekannten zurück zum Verein geholt: Der in der Stadt geborene und im Verein aufgewachsene Robert Kristan (24) kehrt nach einem Jahr in der schwedischen Elitserien wieder zurück - einerseits aufgrund seines latenten Heimwehs im Norden, andererseits weil das „Projekt EBEL-Teilnahme“ in Jesenice so gut funktioniert hat, erfolgreich war und somit für ihn die beste Option darstellte. Als Stammtorhüter seines letztjährigen Klubs Brynäs Gävle zählte Kristan zu den besten Torhütern der stärksten Liga außerhalb der NHL: Platz fünf bei der Fangquote (90,91%) und der niedrigste Gegentorschnitt (2,23) aller Elitserien-Keeper im Grunddurchgang sprechen eine klare Sprache, berücksichtigt man seine persönlichen Probleme während der Saison, beeindrucken diese Werte noch mehr.
Hinter ihm stehen die beim Verein verbliebenen Glavič und Hočevar, zusammen ergeben diese drei das ohne Zweifel stärkste - weil ausgeglichenste - Gespann der EBEL. Kein anderer Verein kann von sich behaupten, dass seine Nummer drei im Vorjahr zum besten B-WM-Torhüter gewählt wurde: Andrej Hočevar sicherte der slowenischen Nationalmannschaft nämlich im WM-Turnier den Aufstieg unter die besten 16 Teams der Welt, im Gegensatz zu Österreich schaffte Slowenien die Qualifikation für die nächstjährige Weltmeisterschaft in Kanada.

VSV-Blog-Bewertung:




ABWEHR
Nahezu unverändert gegenüber der letzten Saison präsentiert sich die Abwehr des fünffachen slowenischen Meisters. Die acht Stammkräfte, die sich im Vorjahr die Einsätze aufteilten, sind alle beim Klub verblieben, unter ihnen findet sich kein Legioär. Die einzigen Abgänge sind die beiden Ergänzungsspieler Blaž Klinar und David Mlinarec, die zum HK Alfa Ljubljana in die slowenische Liga wechselten. Zugang hat Jesenice in der Defenisve gar keinen zu verzeichnen, lediglich der 22jährige Žiga Svete, ebenfalls Slowene, im letzten Jahr im B-Team des HC Bolzano (Bozen) in Italiens zweiter Liga beschäftigt, steht während der Vorbeteitung am Prüfstand und könnte nach dem Try-Out noch verpflichtet werden.
Ansonsten alles beim Alten: Der enorm offensivstarke Aleš Kranjc (26) und der spielgestalterisch sehr talentierte Mitja Robar (24/letztes Jahr 29 Scorerpunkte) blieben dem Verein treu, Miha Rebolj (29) und Dejan Varl (34), im Vorjahr mit 116 Strafminuten Jesenices Bad Boy, werden auch heuer vor dem Tor aufräumen. Interessant wird auch, ob Damjan Dervarič (25) seine so starke Vorsaison wiederholen wird können und wer aus dem Trio Jurij Goličič, Uroš Vidmar (beide 26) und Mitja Sotlar (27) den sechsten Verteidiger-Spot im Roster einnimmt.
Trainer Kim Collins hat acht gestandene Verteidiger zur Verfügung, die einen ausgewogenen Mix aus den für eine erfolgreiche Defence notwendigen Spielertypen darstellen. Doch auch wenn speziell Kranjc und Robar in dieser Liga überdurchschnittliche Abwehrspieler sind, zählen sie nicht zu den punktstärksten. Angesichts der namhaften Abgänge im Angriff wird aber genau das einer der Schlüssel zum möglichen Erfolg für den HK Jesenice sein: Dass die Abwehrspieler - speziell beim Spiel fünf gegen fünf - Akzente nach vorne setzen.

VSV-Blog-Bewertung:




ANGRIFF
Der Angriff Jesenices hat über den Sommer enorm an Schlagkraft verloren, speziell die im Scouting ihrer Legionäre traditionell schwachen Klubs aus Wien und Innsbruck bedienten sich am Stahlstädter Billigmarkt, die Capitals holten gleich den gesamten ersten Jesenice-Block aus dem Vorjahr (Aaron Fox, David und Marcel Rodman) an die Donau, Innsbruck sicherte sich Publikumsliebling Tomaž Razingar und den Kanadier Jean-Philippe Paré. Die fünf standen in der Saison 2006/07 zusammen für unglaubliche 312 Scorerpunkte - eine riesige Hypothek für Jesenices Mannschaftsplaner!
Der punktebeste noch verbliebene Angreifer aus dem Vorjahr ist der giftige Gregor Polončič (26), der für eher magere 29 Punkte verantwortlich zeichnete. Außer ihm schaffte mit Boris Pretnar (29) überhaupt nur noch ein weiterer Stürmer eine zweistellige Anzahl an Scorerpunkten.
Für den neuen Trainer Kim Collins standen im Vorfeld also offensiv zwei Varianten zur Auswahl: Eine radikale Systemänderung inklusive des Zukaufs der dafür nötigen Spieler oder eine Übernahme von Ex-Trainer Kopitars Philosophie eines offensiv sehr ansprechenden Hockeys mit enorm viel Bewegung (ein Eindruck, der aus der strikten Trennung in zwei Blöcke mit der Aufgabe des Müdelaufens des Gegners und zwei Blöcke mit rücksichtslosem Zug zum Tor entstand). Gerade aufgrund des Fehlens einheimischer Stürmer mit eingebauter Torgarantie, wie Jesenice sie im Vorjahr noch hatte, wird Collins eher eine Systemänderung vornehmen und somit den nach vorne ausgerichteten Stil Jesenices der Vergangenheit angehören lassen bzw. in seinen Auwüchsen deutlich beschneiden.
Vom EBEL-Neuling und großen Rivalen Olimpija kam der einzige slowenische Neuzugang im Angriff, der 23jährige Andrej Hebar. Er könnte zu einer der neuen Offensivattraktionen des Vorjahresfünften werden, nach vielversprechenden Jugendjahren - er durchlief alle slowenischen Nachwuchsauswahlen und genoss seine Ausbildung in der Jugend von Frölunda Göteborg/SWE - wartet er noch auf den großen Durchbruch, der ihm heuer in einem der beiden ersten Blöcke Jesenices gelingen könnte.
Die namhaften Abgänge versucht Jesenice jedoch vornehmlich mit Legionären zu kompensieren: Als Center ist der US-Amerikaner Derekt Bekar (31) eingeplant, der im Vorjahr für die Hannover Scorpions 21 DEL-Punkte in 50 Partien sammelte. Außerdem verpflichtete der HK den Japan-Kanadier Chris Bright (36), der in den beiden letzten Jahre in Frankfurt (DEL) und beim Schweizer Erstligisten Basel (2006/07 mit 31 Punkten in 44 Partien) unter Vertrag stand. Die Flügel werden vom NHL-erfahrenen Paul Healey (32) und Markus Matthiasson besetzt. Der erstgenannte Kanadier pendelte ab 1996 zwischen NHL und AHL, kam auf 99 Partien für Philadelphia, Toronto, die New Your Rangers und Colorado und wechselte im letzten Sommer erstmals nach Europa, wo er jedoch sowohl in Schweden bei Linköping als auch in Finnland bei Ässät Pori (zusammen nur drei Tore respektive sieben Punkte in 49 Einsätzen) viel schuldig blieb. Dem schwedischen Neuzugang Matthiasson, neu aus Malmö, eilt der Ruf eines hart arbeitenden, körperlich starken und mit einem guten Torriecher ausgestatteten Stürmers voraus. Er könnte zum neuen Stürmerstar der Slowenen werden, spielte er doch den Großteil der vergangenen Dekade in der Elitserien, wo er konstant zwischen - für diese Liga respektable - 20 und 45 Punkte pro Jahr sammelte.
Zum genannten Legionärsquartett könnte mit dem derzeit das Probetraining in Jesenice absolvierenden Joel Stepp (24), einem Drittrundendraft aus der Saison 2001, ein weiterer hinzukommen. Entspricht er nicht, wird Jesenice jedoch in jedem Fall einen fünften Legionär holen.
Der Rest des Kaders wird neben den genannten drei Slowenen aus einheimischen Ergänzungsspielern gebildet, was die eingangs aufgestellte These der Systemänderung bestätigt. Jesenice wird wohl vom konstanten Vier-Linien-Spiel im Angriff abrücken und statt den im Vorjahr alles überragenden beiden ersten Formationen eher auf drei ausgewogenere Blöcke setzen, einen vierten nur zur Entlastung bringen. Dabei ist davon auszugehen, dass die erste Angriffsformation erstmals seit langer Zeit ausschließlich aus Legionären bestehen dürfte. Aufgrund des umfassenden Umbaus im Bereich des offensiven Personals ist der HK Jesenice schwer auszurechnen, die Legionäre scheinen bedeutend namhafter als jene im Vorjahr, nach wirklichen Klassenspielern slowenischer Herkunft - eine Eigenschaft, die den Klub in den vergangenen Jahren ausgezeichnet hat - sucht man im Kader jedoch vergeblich. Und so liegt es durchaus im Bereich des Möglichen, dass das Motto der Jesenice-Fans heuer zum Tragen kommt: No Raza, no Party! (Anm.: Raza ist der Sitzname des abgewanderten Tomaž Razingar)

VSV-Blog-Bewertung:




TRAINER
Der in seiner Spielerkarriere von mäßigem Erfolg (zehn DEL-Einsätze für Augsburg) gekennzeichnete Kim Collins (45) ist der neue Mann an der Bande beim slowenischen Traditionsverein, wo er das Erbe von Matjaž Kopitar, einer der herausrageden Trainerpersönlichkeiten der letztjährigen EBEL-Saison, antritt. Er kommt vom Schweizer NLB-Klub EHC Biel, den er seit seiner Amtsübernahme im Dezember 2004 zu zwei Zweitligameisterschaften führte, mit dem er jedoch nie den Sprung in die Erstklassigkeit schaffte. Sein Nachfolger in Biel, wo Collins mit einem eher harten Führungsstil bekannt wurde, ist im Übrigen der ehemalige dänische KAC-Legionär Heinz Ehlers.
In Jesenice wird Collins erste große Aufgabe das Formen einer durchschlagskräftigen Offensivabteilung sein, Systemwechsel inklusive. Ein Nachteil für den Kanadier könnte seine völlige Unkenntnis der Liga und ihrer Teams bzw. Spieler sein, auch die Umstellung für die Spieler, denen der nicht Slowenisch sprechende Neo-Coach erst sein Wunschkonzept einimpfen muss, könnte nicht ganz friktionsfrei ablaufen. Entscheidend wird daher sein, wie schnell er die Fähigkeiten der verbliebenen Einheimischen im Kader erkennt und zusammen mit den Legionären eine erfolgsversprechende Formierung zu Stande bringt. Viel Eingewöhnungszeit bleibt ihm in Anbetracht des neuen Moduses und des von ihm ausgegebenen Saisonziels (Platz sechs) dazu nicht.

VSV-Blog-Bewertung:

1:1 GEGEN CORTINA

Auch im dritten und letzten Vorbereitungsspiel außerhalb des Euroregione-Turniers am Mittwoch beim italienischen Meister SG Cortina blieb der VSV ungeschlagen. Deutlich ersatzgeschwächt erreichten die Adler ein 1:1, wobei Günther Lanzinger seinen bereits siebten Scorerpunkt in der Vorbereitung holte. Den Treffer für Villach, das zunächst im Rückstand gelegen hatte, erzielte Thomas Raffl.
Zum planmäßigen Abschluss der Vorbereitung trifft der VSV nun am Samstag im zweiten und letzten Euroregione-Gruppenspiel auf den Serie A-Vizemeister HC Junior Milano Vipers (im Vorjahr nach fünf Titeln in Folge von Cortina entthront). Bei einem Sieg würde der Gegner im Finale am Sonntag Olimpija Ljubljana, das gestern gegen Fassa mit dem 16jährigen Torhüterduo Antonič/Boh 3:1 siegte, lauten.

SG Cortina Hockey - EC VSV 1:1 (1:0, 0:1, 0:0)
Torfolge: 1:0 Smith (16./Timpone, Cote), 1:1 T.Raffl (25./Lanzinger).


Punkteliste Vorbereitungsspiele:

Lanzinger - 7 (4+3)
Peintner - 3 (3+0)
T.Raffl - 3 (2+1)
Gauthier - 3 (2+1)
Edgerton - 3 (1+2)
Kaspitz - 2 (1+1)
Stewart - 2 (1+1)
Bousquet - 2 (1+1)
M.Raffl - 2 (0+2)
Brown - 2 (0+2)
Slivnik - 2 (0+2)
Scoville - 2 (0+2)
Acker - 2 (0+2)
Elick - 1 (1+0)
Toff - 1 (0+1)
Oraze - 1 (0+1)

12.09.07

EUROREGIONE-FINALE LIVE VIA SATELIT

Der HC Fassa besiegte Dienstag-Abend im Rahmen der Euroregione Ice Hockey Challenge Aquile FVG Pontebba mit 3:2 und wahrte damit seine Chance auf den Aufstieg. Sollte dem VSV (mit einem Sieg über die Milano Vipers am Samstag) der Finaleinzug bei diesem Vorbereitungturnier gelingen, heißt der dortige Gegner nun Olimpija Ljubljana oder eben HC Fassa.
Dieses Finale wird am Sonntag (16.9.) um 17.30 Uhr in Claut/ITA gespielt und - wie der VSV-Blog exklusiv verkünden darf - am italienischen Privatsender „[3] Channel Sky“ übertragen. Ein kurzer Sendersuchlauf mit den untenstehenden Spezifikationen bringt also - Finaleinzug vorausgesetzt - am Sonntag die Adler auf den eigenen TV-Schirm.

[3] CHANNEL SKY
Hotbird 8 (13,0° Ost)
Frequenz 10.971
Pol. horizont.
Symbol Rate 27.500
Fec 3/4, Transponder 123


Link: Spielplan und Ergebnisse Euroregione Ice Hockey Challenge

LEGIONÄRE DER LETZTEN DEKADE

Im Laufe von drei Jahrzehnten Bundesligazugehörigkeit haben viele, viele Legionäre das blau-weiße Trikot übergestreift, einige von jenen, die dies in den vergangenen zehn Jahren taten, spielen heute immer noch…

Stéphane Roy (2003/04, 2005/06) - HC Ajoie (SUI/2.Liga)
Ron Pasco (2005/06) - Karriereende 2006
Jason Krog (2004/05) - Atlanta Thrashers (NHL), Tryout
Eric Weinrich (2004/05) - Karriereende 2007
Ethan Moreau (2004/05) - Edmonton Oilers (NHL)
Tomaž Vnuk (2004/05) - Olimpija Ljubljana (SLO/EBEL)
Jackson Penney (1994/95, 2004/05) - Karriereende 2005
Dean Malkoc (2004/05) - Karriereende 2005
Sean Selmser (2002/03-2003/04) - Vienna Capitals (AUT/EBEL)
Chris Lindberg (2003/04) - Karriereende 2004
Neal Martin (2003/04) - Coventry Blaze (GBR/1.Liga)
Kent Salfi (1996/97-2002/03) - EHC Linz (AUT/EBEL)
Rod Hinks (2001/02-2002/03) - HC Neuchâtel Young Sprinters (SUI/2.Liga)
Todd Wetzel (2000/01) - Karriereende 2006
Brad Schlegel (1994/95-2000/01) - Karriereende 2007
Gino Cavallini (1998/99-1999/00) - Karriereende 2001
Brad Purdie (1999/00) - EHC Linz (AUT/EBEL)
Gordon Donnelly (1997/98-1999/00) - Karriereende 2000
Mikael Sandberg (1999/00) - Karriereende 2006
Marty Murray (1998/99) - HC Lugano (SUI/1.Liga)
Jean-Yves Roy (1998/99) - Karriereende 2006
Chris Baxter (1997/98-1999/00) - Karriereende 2002
Eric Murano (1998/99) - Karriereende 2002
Mike O’Neill (1998/99) - Karriereende 2001
Derek Cormier (1997/98) - HC Sierre-Anniviers (SUI/2.Liga)
Maurizio Mansi (1997/98) - Karriereende 2006
Chris Belanger (1997/98) - Karriereende 2006
Kevin Miehm (1996/97-1997/98) - Karriereende 2002
Zac Boyer (1997/98) - Karriereende 2003

Anm.: Erfasst sind ausschließlich Spieler, die in einer der vergangenen zehn Saisonen für den EC VSV spielten und dabei als Transferkartenspieler galten.

11.09.07

VIER TV-LIVESPIELE IM SEPTEMBER UND OKTOBER

Der TV-Partner der Bundesliga, Premiere Austria, wird für die kommende Spielzeit von seiner im Vorjahr vollzogenen Praxis des weitestgehenden Ignorierens der Spiele mit Beteiligung nicht-österreichischer Mannschaften abrücken und heuer von Beginn an auch aus Jesenice, Ljubljana und Székesfehérvár EBEL-Spiele live übertragen (in den beiden letzten Fällen vorbehaltlich der gewährleisteten TV-Tauglichkeit der jeweiligen Halle). Bei den vorerst bis Ende Oktober festgelegten Übertragungen finden sich vier VSV-Spiele. Wie bereits bekannt jenes zum Saisonauftakt in Salzburg am nächsten Donnerstag und außerdem das Heimspiel der vierten Runde gegen die Graz 99ers, das erste Saisonderby in Klagenfurt am folgenden sowie der Auswärtsauftritt im Karawankenderby beim HK Jesenice am achten Spieltag.


VSV-Livespiele September/Oktober 2007:

Do., 20.9., EC Salzburg – EC VSV (19.00)
So., 30.9., EC VSV – Graz 99ers (17.45)
Do., 4.10., EC KAC – EC VSV (19.00)
So., 14.10., HK Jesenice – EC VSV (17.45)

Die angegebenen Uhrzeiten entsprechen dem Beginn der TV-Übertragung! Das komplette Programm findet sich auf der Liga-Homepage.

ADLER MORGEN GEGEN DEN ITALIENISCHEN MEISTER

Im vorletzten Testspiel vor Saisonbeginn (eventuelles Euroregione-Finale nicht eingerechnet) treffen die Adler morgen Abend auswärts auf den sein erstes Testspiel bestreitenden italienischen Meister SG Cortina Hockey. Der 15fache Campione (im Vorjahr allerdings zum ersten Mal seit1975) startet ganz gemächlich in das kommende Spieljahr, hat außer dem morgigen bisher erst ein weiteres Testspiel vereinbart und hat auch noch nicht alle Legionäre an Bord. Dementsprechend ist der VSV trotz der Ausfälle von Niki Petrik und dem grippekranken Daniel Gauthier, eventuell auch jenem von Wolfgang Kromp, klarer Favorit. Erstmals das Trikot für Cortina d’Ampezzo wird der Italo-Kanadier Ryan Savoia (34), der erst vor vier Tagen als Neuzugang von den Milano Vipers präsentiert wurde, wo er in den vergangenen drei Jahren zu einem der besten Spieler der Serie A zählte (109 Punkte in 129 Partien). Neben ihm stehen sechs Legionäre in Cortinas Kader, darunter mit dem ehemaligen Capitals-Goalie Jeff Maund (31) auch ein in Österreich bekannter. Ihren letztjährigen Top-Scorer, Kenny Corupe (74 Punkte in 35 Spielen!), haben die Venetier bekanntlich an EBEL-Neuling Olimpija Ljubljana verloren.
Das Spiel in der ehemaligen Olympiahalle von 1956 beginnt um 20.30 Uhr.

U17 SIEGT WEITER: 8:5 GEGEN FELDKIRCH

Die U17 setzte am zweiten Meisterschafts-Wochenende ihren erfolgreichen Lauf fort. In der dritten Runde am Sonntag siegten die von Helmut Petrik betreute Mannschaft zu Hause gegen den letztjährigen Meister VEU Feldkirch mit 8:5 und hält damit nach drei Spielen noch ungeschlagen bei fünf Punkten. Immer wieder gingen die Jungadler in Führung, immer wieder konnte Feldkirch ausgleichen, am Ende brachte die diszipliniertere Spielweise der Adler (nur sechs Strafminuten gegenüber 20 für die Gäste) den Erfolg, gleich fünf Treffer gelangen Blau-Weiß in numerischer Überlegenheit.

Österreichische U17-Meisterschaft, 3.Runde:
EC VSV – VEU Felkirch 8:5 (3:2,3:2,2:1)
VSV-Tore: Brunner (2.,60./PP), de Pasqualin (26./PP, 33.), Ofner (12./PP), Göhringer (20.), Sternat (39./PP2), Steiner (55./PP).



Kader VSV-U17

TORHÜTER:
Herwig Unterweger, Lukas Schluderbacher, Lukas Wurzer, Rene Baumgartner.

ABWEHR:
Raphael Riebler, Christian Ofner, Gerhard Katholnig, Anton Darohs, Florian Rutter, Fabian Stichauner, Kevin Steiner, Patrick Ratz, Moritz Rossmann.

ANGRIFF:
Sebastian Moser, Martin Lauritsch, Marius Göhringer, Marco Regger, Kevin Essmann, Maximilian Boyer, Lukas de Pasqualin, Alexander Rauchenwald, Christoph Sternat, Nico Brunner, Christoph Herzog, Patrick Platzer, Marius Göhringer, Gernot Kucher, Lukas Unterrainer, Sebasian Moser, Kevin Krumpl.


Hier geht's zu den aktualisierten Nachwuchs-Spielplänen (U20/17/14).

10.09.07

SAISONVORSCHAU, TEIL III

VIENNA CAPITALS

Gründungsjahr: 2001
Meistertitel: einer (2005)
Heimhalle: Albert Schultz Halle (4.336 Plätze, davon 3.086 Sitzplätze)
Homepage: www.vienna-capitals.at
VSV-Bilanz 2006/07: 8 Spiele; 6 VSV-Siege, 2 Niederlagen (nach V/P), Torverhältnis 37:21 (+16). Top-Scorer: Bousquet 17 (12+5), Brown 13 (3+10), Edgerton 9 (0+9) bzw. Wren 10 (3+7), Craig 9 (6+3), Lukas 5 (2+3), Setzinger 5 (1+4), Tsurenkov 5 (0+5).


Erst 2001 gegründet, haben die Vienna Capitals eine kurze aber bewegte Vereinsgeschichte zwischen Liga-Ausstiegsdrohungen, Größenwahn und Meistertitel hinter sich. Im Frühjahr und Sommer dieses Jahres waren sie die treibende Kraft hinter der Reform der Durchführungsbestimmungen der EBEL, welche den Weg der Sinnhaftigkeit längst verlassen hat. Mit Scheinargumenten von überhöhten Gehältern österreichischer Spitzenspieler - umso fragwürdiger, da die Capitals in den vorangegangenen Spielzeiten selbst maßgeblichen Anteil an der Überhitzung des Marktes hatten - und amateurhaft formulierten Erklärungsversuchen der Haltung auf der klubeigenen Homepage konnten sie wohl nicht mal alle eigenen Fans überzeugen. Durchgesetzt haben die Wiener ihre Vorstellungen dennoch, sie erreichten eine de-facto Freigabe der Anzahl an Transferkarten-Spieler in der Liga bzw. pro Verein.
War am Beginn dieser Ereigniskette in Kagran noch von notwendigen Einsparungen bei den Personalkosten die Rede, stehen an deren vorläufigem Ende nun das höchste Saisonbudget der noch jungen Vereinsgeschichte und die reihenweisen Verpflichtungen namhafter und teurer Cracks, fast ausschließlich aus dem Ausland.
Quer durch alle Mannschaftsteile kam es in der Übertrittszeit zu maßgeblichen Veränderungen, ob die Capitals dadurch jedoch - vielleicht mit der Ausnahme der Torhüterposition - wirklich an Spielstärke gewonnen haben, darf bezweifelt werden. Sieben im Vorjahr noch in Wien tätige Legionäre machten den Abgang, acht neue wurden dafür geholt, wobei der Abschied des kongenialen und entscheidend am einzigen Meistertitels der Klubgeschichte beteiligten Duos Bob Wren/Mike Craig wohl am stärksten schmerzt. Doch auch die österreichischen Spitzenspieler Oliver Setzinger, der von NHL-Einsätzen in Nashville träumt, und Robert Lukas, der statt in Salzburg in der tschechischen Extraliga landete, zählen zu den Abgängen und kosten den Wienern im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Substanz. Insgesamt verabschiedeten sich über den Sommer nicht weniger als 442(!) Scorerpunkte aus der Bundeshauptstadt.
Auch der ehemalige Meistertrainer Jim Boni verließ den Klub, der Vorgänger von Villach-Legende Ron Kennedy in Ingolstadt, der seit 2003 bei den Caps arbeitete, zog die Donau flußaufwärts weiter und steht nun in Linz an der Bande. Sein Nachfolger ist mit Kevin Gaudet ein 43jähriger Kanadier, der sich in Deutschland einen guten Namen machte und seinen langjährigen Verein, den damaligen ESC Wedemark (der heute unter dem Namen Hannover Scorpions firmiert) von der vierten Liga in die DEL und später sogar bis in deren Halbfinale brachte.
Die Mannschaft, die sich Gaudet zusammengestellt hat, ist zwar ebenso reich an klingenden Namen wie arm an überdurchschnittlichen Österreichern, dem Kanadier ist es in seiner Trainerlaufbahn jedoch bereits mehrmals geglückt, aus zusammengewürfelten Mannschaften ein längerfristig erfolgreiches Team zu formen. Dass Langfristigkeit aber eigentlich so gar kein Begriff ist, der mit den Capitals assoziiert werden kann, könnte für ihn zum Problem werden. Zu einem Problem, das im Endeffekt wohl wie jedes Jahr wieder kurzfristig und mit weiteren neuen Legionären zu lösen versucht werden würde.

Der VSV war im Vorjahr für die Capitals der Angstgegner schlechthin, sie konnten gegen die Adler keines der acht Spiele in der regulären Spielzeit gewinnen. Lediglich in der Schultz-Halle, wo der VSV in den vorangegangenen Jahren eher wenig zu bestellen hatte, gelangen zwei Siege nach Verlängerung bzw. Penaltyschießen. In Villach erlitten die Hauptstädter im November gar eine 10:1-Klatsche. Während Wiens punktbeste Spieler in den Duellen mit Blau-Weiß, Bob Wren und Mike Craig, den Klub verlassen haben, stehen die in der Saison 06/07 gegen Wien überragenden Dany Bousquet (zwölf Volltreffer), Marc Brown (13 Scorerpunkte) und Devin Edgerton (neun Assists) noch im Kader des VSV und wollen sich heuer gegen die Capitals ähnlich treffsicher präsentieren.
Ebenfalls erwähnenswert ist das achte und letzte Duell aus dem Vorjahr, als die Capitals, die zu der Zeit mit dem HK Jesenice um einen Play-Off-Platz kämpften, in Villach mit 6:2 verloren und jedes VSV-Tor mittels den Oberkrainern und ihrer Jesenice-Tormusik über die Lautsprecher zu einer Solidaritätsbekundung des Villacher Publikums mit den Slowenen wurde, die man an der Drau natürlich viel lieber im Halbfinale gesehen hätte als die Capitals.



TEAMBEWERTUNG


TORHÜTER
Der im Grunddurchgang vielgescholtene Scott Fankhouser hexte Wien in der letzten Runde des Grunddurchgangs in Jesenice zwar in die Play-Offs, eine Vertragsverlängerung brachte ihm das allerdings nicht mehr. Denn zu diesem Zeitunkt waren sich die Capitals schon längst mit Jean-Francois Labbé, dem aus Québec stammenten Franko-Kanadier, handelsein. Der 35jährige, im letzten Jahr mit Neo-Villacher Gert Acker zusammen beim DEL-Finalisten Nürnberg, blickt auf zuletzt drei sehr erfolgreiche Jahre in der deutschen Liga zurück, wo er zweifelsfrei zu den Besten seiner Zunft gehörte: 2004/05 kam er in Augsburg auf eine Save-Percantage von über 91%, in den beiden Folgejahren in Nürnberg sogar auf jeweils über 92%, drei Spielzeiten in Folge avancierte er somit zum statistisch gesehen jeweils zweitbesten Goalie der DEL. Ähnliche Leistungen brachte der niemals gedraftete Labbé zuvor auch über Jahre in der AHL, in der NHL (15 Einsätze für die New York Rangers und Columbus) konnte er sich jedoch nie durchsetzen. In der EBEL dürfte sich der aufgrund seiner geringen Körpergröße von nur 1,75m auf einen extremen Butterfly-Stil vertrauende Torhüter ohne Furcht vor Eislauf-Ausflügen aus seinem Tor sehr gut zurechtfinden, ohne Zweifel ein Top-Neuzugang und wohl der beste Keeper der Liga.
Sein Backup wird der Klagenfurter Florian Weisskircher (21) sein, der im Vorjahr in Kapfenberg zur Nummer eins avancierte und sich dort gemessen am dürftigen Spielermaterial seines Klubs auch gut präsentierte. Ihm ist es zuzutrauen, den behutsamen Sprung von der National- in die Bundesliga ähnlich gut zu schaffen, wie es im Vorjahr Bernhard Starkbaum in Villach gelang. Ob er dazu jedoch genügend Eiszeit bekommen wird, ist stark zu bezweifeln.

VSV-Blog-Bewertung:




ABWEHR
Fast 3,7 Gegentore pro Spiel kassierten die Wiener im vergangenen Jahr - zu viel, um zur EBEL-Spitze zu gehören! Zudem waren die Capitals das unfairste Team der Liga mit über 30 Strafminuten pro Partie und spielten die drittschlechteste Unterzahl der EBEL. Alles klare Indizien dafür, dass die Zusammenstellung der Defensive nicht die gelungenste war.Unterstrichen wird dies durch den Umstand, dass sich nur einer der fünf Defensiv-Legionäre die komplette Saison über im Kader halten konnte.
Angesichts dieser alarmierenden Zeichen hat sich in der Übertrittszeit auch einiges getan – allerdings eher quantitativ als qualitativ. Der Kopf der Defensive bleibt Darcy Werenka (34), der im Vorjahr zwar punktemäßig überzeugte, aufgrund schwindender Grundschnelligkeit im eigenen Drittel jedoch immer anfälliger wird (dies äußerte sich 06/07 unter anderem im eher unrühmlichen Ligarekord für die meisten Spiele mit mindestens einer ausgefassten Strafe in Serie). Der ehemalige Zweitrunden-Pick geht in seine siebte Saison in Wien (Ende der 90er-Jahre beim WEV, seit 2003 bei den Capitals), ungeachtet seiner Offensivqualitäten, die speziell im Powerplay zur Geltung kommen, sollte das kommende Spieljahr in seinem eigenen Interesse jedoch wieder eines werden, in dem er auch seine Fähigkeiten in der Abwehr unter Beweis stellt. Neben Werenka verblieb mit Philippe Lakos (27) nur ein Defence-Leistungsträger im Kader. Im Vorjahr nur ganz knapp an der „Auszeichnung“ zum Bad Boy der Liga vorbeigeschrammt, dürfte er heuer unter einem neuen Nationaltrainer ebenso schnell wie verdient aus dem Kader des Teams Austrias scheiden - seine weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.
Abgesehen von Werenka stehen 2007/08 drei weitere Legionäre in den Abwehrreihen der Capitals: Der 32jährige Schwede Peter Casparsson, vor zwei Jahren in der Elitserien aufgrund seiner latenten Fehleranfälligkeit ausgemustert, kommt vom DEL-Klub Straubing, er wird - nicht zuletzt aufgrund seiner umfassenden Erfahrung - einen soliden Verteidiger in der EBEL abgeben, nicht mehr, nicht weniger. Auch die beiden anderen neuen Imports spielten im vergangenen Jahr in Deutschland: Richard Seeley (28), körperbetonter Stay-at-home-Defender mit einigen Jahren AHL-Erfahrung, vom abgeschlagenen DEL-Tabellenletzten Duisburg, und der US-Amerikaner Dan Bjornlie (29) vom Zweitligisten Bietigheim-Bissingen, für den er zuletzt in zwei Saisonen 82 Punkte in 75 Partien machte.
Mit Mario Altmann (20) und Leopold Wieselthaler (25) stehen Trainer Gaudet noch zwei Ergänzungsspieler in der Abwehr zur Verfügung. Einer von ihnen wird als sechster Verteidiger fungieren, wobei der jüngere Altmann hier gegenüber den von der Leistungsentwicklung her seit zwei Jahren auf der Stelle tretenden Wieselthaler im Vorteil sein dürfte.
Summa summarum ist die Caps-Defence als nicht mehr denn durchschnittlich einzustufen, ein spielfreudiger und beweglicher Crack wie Abgang Robert Lukas wird dem Team mehr fehlen, als es die Wiener Verantwortlichen gerne hätten.

VSV-Blog-Bewertung:




ANGRIFF
Die Offensivabteilung der Capitals zählte in den vergangenen Spielzeiten stets zum Besten, das die Liga zu bieten hatte, so auch im Vorjahr, als 214 erzielte Treffer im Grunddurchgang ligaweit die zweitbeste Marke bedeuteten. Doch über den Sommer blieb kaum ein Stein auf dem anderen: Gleich neun Angreifer verließen den Verein, darunter mit Oliver Setzinger, Mike Craig und Bob Wren eine komplette Top-Linie - die drei zeichneten in den beiden abgelaufenen Saisonen für nicht weniger als 469(!) Scorerpunkte verantwortlich! Mit Oldie Gerald Ressmann, dem neuen Nachwuchstrainer des KAC, und Nationalspieler David Schuller, der ebenfalls nach Klagenfurt wechselte, gibt es auch bei den Inländern einen kräftigen Aderlass zu verzeichnen.
Wiens Reaktion auf die Abgänge war unter anderem die Verpflichtung der kompletten ersten Sturmlinie des im Vorjahr so überzeugenden Liga-Neulings HK Jesenice. Neben Aaron Fox (34), dem wundersamen US-Amerikaner (in der EBEL ein Top-Spieler, schaffte er jedoch nie den Sprung in eine stärkere Liga), kamen die beiden slowenischen Nationalspieler Marcel (25) und David Rodman (23) ebenfalls nach Kagran. Während der ältere Bruder Marcel bereits auf durchaus gelungene Gastspiele in Graz und in der DEL bei Kreefeld verweisen kann, spielte David bisher nur eine recht bescheiden erfolgreiche Saison im europäischen Ausland (03/04 bei Linz). Die drei erzielten im Vorjahr in einer wahren Traumsaison in Jesenice zusammen 90 Tore, nun brennen sie darauf, diese Leistungen (für wesentlich bessere Bezahlung) auch bei einem österreichischen EBEL-Klub zu wiederholen.
Der nominelle neue Center des ersten Blocks wird mit dem Amerikaner Kelly Fairchild (34) ein sehr vielversprechender Neuzugang aus der DEL sein. 1991 gedraftet versuchte er sich über Jahre, in Richtung NHL zu kämpfen, richtig gelungen ist ihm das jedoch nie, in elf Saisonen kam er nur auf 34 Einsätze für Toronto, Dallas und Colorado. Als ihn die Avalanche 2002 ins Famteam nach Hershey schickte, hatte Fairchild genug, ging nach Europa, wo er seitdem ununterbochen für die Eisbären Berlin spielte, die er zu zwei Meisterschaften führte. Dort lief aber im Vorjahr weder bei ihm noch beim Team viel zusammen: Verpasste Play-Offs, nur 28 Scorerpunkte und Streit mit dem Trainer - Fairchild suchte einen neuen Arbeitgeber und fand ihn über Neo-Coach Gaudet in Wien, wo er zu einer der herausragenden Spielerfiguren der Liga werden könnte.
Der zehnte Legionärsplatz im Kader war bei den Capitals ursprünglich für Cameron Mann, den NHL-erprobten Kennedy-Schützling aus Ingolstadt vorgesehen, der jedoch trotz unterschriebenem Vertrag kurz vorm Trainingsbeginn doch noch aus heiterem Himmel seine Karriere beendete. Der für ihn geholte Ersatz ist mit dem Stanley-Cup-Sieger (2003 mit New Jersey) Pascal Rheaume (34) jedoch ein mindestens gleich prominenter Crack. Er pendelt seit 1996 zwischen NHL (363 Einsätze) und AHL, Wien wird seine erste Station in Europa. Der hart arbeitende und mannschaftsdienliche Kanadier ist sowohl als Flügel in der Paradelinie als auch als Kopf einer dritten, mehr auf Körperspiel bedachten Linie denkbar.
Doch auch österreichische Angreifer haben die Capitals verpflichtet: Aus Graz kommt Andreas Judex (26), 2006 mit dem VSV Meister und im Vorjahr mit 13 Treffern viertbester Torschütze beim Tabellenletzten, und vom HC Innsbruck stößt Alexander Höller (22) zum Team von Kevin Gaudet. Auf die weitere Entwicklung des Tirolers, der es bereits auf knapp 200 Bundesliga-Einsätze brachte, darf nach seiner passablen Saison 2006/07 mit 22 Punkten gespannt gewartet werden.
Fünf Angreifer aus dem letztjährigen Team sind schließlich auch bei den Capitals, wo Ex-VSV-Crack Stefan Wiedmaier nach einer verkorksten Saison mit Problemen abseits des Eises keine Zukunft hatte, verblieben: Neben Nationalstürmer Manuel Latusa (23) und Eigengewächs Christian Dolezal (21) auch die drei eingebürgerten Yuri Tsurenkov (30), Marc Tropper (31) und Sean Selmser (32). Der letztgenannte Ex-Villacher musste jeodch erst umfangreiche Fitnesstests erfolgreich absolvieren, ehe ihm ein neues Angebot vorgelegt wurde.
Von den Namen her sieht der Angriff der Capitals sehr stark aus, doch bleibt zu beachten, dass bei nur fünf aus der letzten Saison verbliebenen Angreifern (die noch dazu allesamt keine wirklichen Führungsspieler sind) eine komplett neu zusammengewürfelte Truppe am Eis steht, die sich erst finden wird müssen. Im Gegensatz zur Verteidigung findet sich im Angriff der Wiener kein Legionär, der schwer verdächtigt ist, bei der ersten kurzen Formflaute getauscht zu werden, doch es wären nicht die Capitals, würde es nicht irgendwann im Saisonverlauf doch dazu kommen. Eine „Come-and-go“-Philosophie, gestützt auf viel Geld und gute Namen, frei von Kontinuität und Nachhaltigkeit - dafür war, ist und bleibt man wohl auch bekannt. Wem’s gefällt…

VSV-Blog-Bewertung:




TRAINER
Mit Kevin Gaudet als Nachfolger von Jim Boni haben die Vienna Capitals einen Trainer engagiert, der eigentlich von seinem Charakter her so gar nicht zur fragwürdigen Philosophie des Vereines passen zu scheint. Über mehr als ein Jahrzehnt war er mit dem ESC Wedemark bzw. später den Hannover Scorpions verbunden, führte den Dorfverein aus der Viertklassigkeit in die DEL und später bis in deren Halbfinale, drei Entlassungen und zweimalige Rückkehr zum Klub inklusive. Dazwischen baute er in drei Jahren den Zweitliga-Kleinklub Straubing zu einem Verein mit DEL-Format um, auch wenn der Verein den Sprung in die höchste Spielklasse erst schaffte, als Gaudet schon wieder weg war.
Doch die letzte Entlassung in Hannover, als der 43jährige nach der Saison 2005/06 durch Hans Zach ersetzt wurde, hinterließ sowohl in der Psyche des Kanadiers als auch in seinem Image in Deutschland Spuren. So waren es im vergangenen Jahr vornehmlich österreichische Vereine, von Linz über Graz bis eben Wien, die sich um den Anstellungslosen bemühten. Gewählt hat er schlussendlich die Vienna Capitals, wohl auch weil diese der Form, wie der Sport Eishockey in der DEL gesehen und betrieben wird, am ehesten entsprechen. Um eine so radikal veränderte Mannschaft wie die Caps neu zu formen und aufzubauen, wäre Gaudet eigentlich genau der Richtige, dass er die dafür angemessene Zeit bekommt, darf jedoch bezweifelt werden. Umso besser für ihn, dass er mit einer ganzen Reihe persönlicher Wunschspieler so gesehen einen kleinen Startvorteil hat. Seine Arbeit wird an der Donau nämlich in nichts Anderem als dem unmittelbaren sportlichen Erfolg gemessen werden, eine Situation, wie sie Gaudet ähnlich schon mehrmals in seiner Karriere vorfand und bewältigte. Doch das der Stadt selbst verliehene Motto „Wien ist anders“ sollte sich der Kanadier in seinem eigenen Interesse auch vergegenwärtigen.

VSV-Blog-Bewertung:

DREI EX-VILLACHER BEIM NEUEN WIENER NL-VEREIN

Im ersten Testspiel des neuformierten Nationalliga-Vereines EHC Team Wien standen gestern drei Ex-Villacher im Aufgebot. Wie berichtet werden Torhüter Christian Hanschirik und die beiden Verteidiger Paul Ullrich und Sandro Winkler, der sogar Kapitän der Mannschaft ist, in der kommenden Saison im Team von Ex-KAC-Trainer Jorma Siitarinen stehen. Ob der von Chaos und Provisorien geprägte, neu gegründete Verein allerdings große sportliche Erfolge in der Nationalliga erreichen wird können, bleibt abzuwarten.

MISSGLÜCKTER U20-SAISONAUFTAKT

Trotz einer 3:0-Führung nach dem ersten Abschnitt reichte es für die U20 des VSV beim gestrigen Auftakt in der österreichischen Meisterschaft gegen den Lokalrivalen und letztjährigen Vizemeister KAC nur zu einem 4:4. Den durch das Fehlen der Stützen Benjamin Petrik und Andreas Wiedergut geschwächten Jungadlern wurde dabei in der Schlussminute die eigene Disziplinlosigkeit zum Verhängnis: Michael Raffl saß nach einer von ihm vom Zaun gebrochenen Schlägerei mit dem Klagenfurter Hundertpfund auf der Strafbank, der KAC nahm den Goalie vom Eis und kam zwei Sekunden vor dem Ende durch Pöck zum Ausgleich.
Die Chance auf die Wiedergutmachung des verlorenen Punktes haben die Mannen von Trainer Peter Raffl am kommenden Wochenende auswärts gegen die Alterskollegen aus dem Red Bull-Nachwuchs.

Österreichische U20-Meisterschaft:
EC VSV – EC KAC 4:4 (3:0, 1:3, 0:1)
Villacher Stadthalle, 300 Zuseher
Tore: Bacher, M.Raffl, Martinz, Gasser bzw. Pöck (2), Mayer, Schuller.

09.09.07

SEITENBANDRISS BEI PETRIK

Der Verdacht der schweren Verletzung von Niki Petrik bestätigte sich: Der 23jährige erlitt gestern im Testspiel gegen Alleghe einen kompletten Abriss des Seitenbandes. Bereits gestern Abend wurde sein linkes Knie gegipst, morgen Montag geht's zur Magnetresonanz-Untersuchung, die Klarheit über die Ausfallsdauer bringen wird, realistisch sind zwischen sechs und neun Wochen.

SAISONVORSCHAU, TEIL II

HC INNSBRUCK

Gründungsjahr: 1994

Meistertitel: keine
Heimhallen: Tiroler Wasserkraft Arena (3.130 Sitzplätze), Olympiahalle Innsbruck (7.212 Plätze, davon 5.212 Sitzplätze)
Homepage: www.hcinnsbruck.at
VSV-Bilanz 2006/07: 8 Spiele; 4 VSV-Siege, 4 Niederlagen, Torverhältnis 32:25 (+7). Top-Scorer: Bousquet 10 (6+4), Gauthier 8 (4+4), Edgerton 6 (3+3) bzw. Elik 8 (4+4), Hansen 7 (3+4), Lindner 6 (3+3).


Wieder einmal wurde in Innsbruck viel investiert und die Mannschaft über die Sommerpause komplett umgebaut. Im Gegensatz zu manch vergangener Übertrittszeit wurde heuer aber zumindest die grundsätzliche Ausrichtung der Mannschaft nicht völlig verändert. Einige der in den letzten Jahren konstant wieder und wieder begangenen Fehler wurden wiederholt, andere ausgemerzt. Doch niemand weiß so richtig, wo der HCI wirklich steht - das bewiesen auch die bisherigen Testspiele, wo einerseits gegen DEL-Spitzenteams gewonnen und andererseits gegen einen Aufsteiger in die zweite deutsche Bundesliga verloren wurde.

Veränderungen gab es beim Vereinspersonal nahezu auf jeder Ebene: Gleich elf Abgänge (davon bis auf Dagenais alle Legionäre aus dem Vorjahr) im Kader, ein neuer Trainer und mit Patrik Aronsson, dem ehemaligen Euroliga-Sieger mit Feldkirch und späteren Zell-Legionär, ein neuer sportlicher Leiter. Dabei findet sich der Agent (er betreibt mit Patrik Carnbäck, dem Ex-Teamkollegen von Herbert Hohenberger bei Köln, eine sehr erfolgreiche Spielerberatungsagentur) in einer für ihn ungewohnten Rolle wieder, wobei er seine Feuertaufe, das Mitwirken an der Kaderzusammenstellung, durchaus zufriedenstellend bestanden hat.
Die Innsbrucker Haie haben nämlich nominell eine sehr starke Mannschaft zusammengestellt, in der sich einige der bestverdienendsten EBEL-Crack außerhalb Salzburgs finden. Die ewige Schwachstelle, die Torhüterposition, wurde ausgebessert, der Verteidigung sowohl ausländische als auch österreichische Qualität zugeführt, der Angriff mit in der Liga bereits bekannten und somit leichter in ihrem Potential einzuschätzenden Spielern verstärkt. Letzteres war in Innsbruck in den vergangenen Spielzeiten eigentlich ein dauerhaftes Problem, in jeder der letzten fünf Saisonen hat der HCI während der Saison nicht zufriedenstellende Legionäre getauscht, heuer scheint man bereits vor Saisonbeginn zu wissen, welche Qualitäten die Neuzugänge wirklich haben.
Eines der ebenfalls seit Jahren den Verein und seine Planung begleitenden Problemfelder konnte allerdings nicht ausreichend bekämpft werden: Innsbruck verfügt auch heuer über einen äußerst schlanken Kader, in dem zwischen dem Niveau der Leistugsträger und jenem der Ergänzungsspieler eine erhebliche Lücke klafft. Mit ein wenig Verletzungspech oder eventueller Formschwäche zentraler Akteure könnte es also gegen Ende des Grunddurchgangs wieder einmal zu einem regelrechten Einbruch der Haie kommen. Um diesem Szenario entgegenzuwirken ist es durchaus möglich, dass der Verein in den kommenden Wochen noch den einen oder anderen Neuzugang aus dem Ausland präsentiert.

Gegen den VSV kann der HC Innsbruck für die vergangene Saison eine sehr ausgeglichene Bilanz vorweisen: Jedem Team gelangen in den acht direkten Begegnungen jeweils vier Siege, beide Mannschaften konnten dabei je einmal in der fremden Halle gewinnen. Aus Villacher Sicht am stärksten in Erinnerung ist sicherlich das achte und letzte Duell der Saison 2006/07, ausgetragen am letzten Spieltag des Grunddurchgangs. Greg Holst, der mit dem VSV bereits als Tabellenzweiter feststand, fuhr mit einer besseren Nachwuchsmannschaft nach Innsbruck und brachte nicht weniger als 13(!) U20-Spieler zum Einsatz - eine schallende Ohrfeige ins Gesicht der anderen EBEL-Vereine und ihrer Nachwuchs“arbeit“.



TEAMBEWERTUNG


TORHÜTER
Seit dem Insbrucker Einstieg in die Bundesliga im Jahr eins nach dem Ligacrash (2000) hütete Claus Dalpiaz das Tor, während die Liga immer besser wurde, war bei ihm eher Gegenteiliges der Fall, Glanzauftritte wurden zusehends seltener. Heuer hat man sich nach sieben Saisonen vom 35jährigen getrennt und vertraut erstmals seit Vereinsgründung auf einen Legionär als Nummer eins. Vom HK Jesenice wurde mit dem Kanadier Seamus Kotyk (26) einer der stärksten Goalies der EBEL geholt. Obwohl er im Vorjahr erst nach Saisonbeginn zu den Slowenen stieß, schaffte er so viele Shutouts (drei) wie kein ander Torwart in der Liga, seine Save-Percentage von 91,71% wurde nur vom Villacher Gert Prohaska übertroffen. Völlig sorgenfrei kann der HCI auf der Torhüterposition jedoch nicht sein, denn erstens ist Kotyk - wie im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt - verletzungsanfällig, zweitens war er noch nie in seiner Profi-Karriere über eine komplette Saison die unumstrittene Nummer eins bei einem seiner Vereine, und drittens wird keiner der beiden Backups dazu in der Lage sein, ihn bzw. seinen Stammplatz unter Druck zu setzen bzw. in Frage zu stellen. Neben Kotyk stehen dem HCI mit Matthias Haller (21) und dem Neuzugang Manuel Schönhill (19) aus dem U20-Bundesliga-Team des EV Füssen/GER nur zwei sehr unerfahrene Ersatzleute zur Verfügung. Ein Umstand, der zweifelsfrei als nicht ganz risikolos einzustufen ist.

VSV-Blog-Bewertung:




ABWEHR
In der Defensive vertraut Innsbruck fast schon traditionell auf bewährte, aus Villach stammende Qualität. Mit VSV-Legende Herbert Hohenberger (38), der 13 Saisonen, davon zuletzt sechs in Folge, das Adlertrikot trug, wurde ein weiterer Villacher unter Vertrag genommen. Hohenberger zog es aufgrund privater Probleme am Ende seiner Karriere noch einmal weg aus seiner Heimatstadt. Seine enorme Erfahrung wird die Innsbrucker Defensive stärken, seine zuletzt immer wechselhafter gewordenen Darbietungen dokumentieren aber auch, dass die Zeiten, in denen Hohenberger der beste Verteidiger der Liga war, zweifelsfrei vorbei sind. Die beiden anderen Villacher in der HCI-Defensive sind mit Sven Klimbacher (25/bereits über 500 Ligaspiele und im Vorjahr als einziger Verteidiger des Klubs mit einer positiven +/- Bilanz) und Gerhard Unterluggauer (31) gestandene, überdurchschnittliche EBEL-Verteidiger. Speziell letzterer dürfte sich über den Zugang seines Kumpels Hohenberger freuen und somit keine weitere, von relativer Lustlosigkeit geprägte Saison wie die letzte abliefern.
Neben dem Trio mit blau-weißem Blut holte der HCI zwei Legionäre für die Abwehr: Das offensivstarke 105kg-Bröckerl Mario Larocque (29) wurde 1996 in der ersten Runde des NHL-Drafts gezogen, kam jedoch in seiner gesamten Karriere nur auf fünf Einsätze (1998/99) in der besten Liga der Welt und zeichnete sich in den Folgejahren eher beim Sammeln von Strafen (seither keine Saison unter 170 Minuten) aus. Neben dem Mann fürs Grobe wurde mit dem Südtiroler Armin Helfer (27) ein Wunschspieler von Neo-Coach Cortina, der ihn aus seiner Zeit als italienischer Nationaltrainer kennt, verpflichtet. Neben diesem recht kompakten Quintett hat Florian Schwitzer (27), seit dem Bundesliga-Einstieg der Innsbrucker im Kader, die besten Chancen, als sechster Verteidiger nominiert zu werden. Aber auch der 20jährige Ex-VSV-Nachwuchscrack Patrick Gruber könnte heuer zu bedeutend mehr Eiszeit in der Haie-Abwehr kommen. Außerdem stehen noch die Ergänzungsspieler Daniel Mitterdorfer (18), Florian Pedevilla (20) und Andreas Sarg (19) aus der eigenen Jugend im Kader.
Zusammengefasst ist die HCI-Defence durchaus solide besetzt, großes Manko ist jedoch, dass wohl keiner dieser Spieler einen Speedskating- oder Stocktechnik-Bewerb gewinnen würde. Vieles wird in diesem Mannschaftsteil also vom Stellungsspiel der einzelnen Akteure abhängen, eine Aufgabe, die allen fünf Leistungträgern aufgrund ihrer vorhandenen Routine zuzutrauen ist. Innsbrucks Abwehr wird mit Sicherheit sehr kompromisslos auftreten - ob dies ausreicht, um Erfolg zu haben, bleibt jedoch abzuwarten.

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ANGRIFF
Im Sturm wurde in Innsbruck beinahe alles über den Haufen geworfen, nur drei Leistungsträger aus dem Vorjahr tragen auch heuer noch das HCI-Trikot. Der wichtigste von ihnen ist Pierre Dagenais (29), der im Laufe der vergangenen Saison von Jokerit Helsinki geholt wurde und voll einschlug: 37 Tore in nur 27 Einsätzen – bester Tore/Spiel-Schnitt der Liga! Die anderen von Superlativen gekennzeichneten Innsbrucker Angreifer sind jedoch in der Rubrik Abgänge zu finden: EBEL-Topscorer Todd Elik, 2006/07 mit 98 Punkten in 53 Spielen, wurde sein Verhalten abseits des Eises zum Verhängnis, Tavis Hansen, mit 225 Strafminuten „Bad Boy“ der Liga, jenes am Eis.
Die drei weiteren Legionärs-Abgänge (Christian Sbrocca, Eric Lecompte und Carl Mallette, Innsbrucks einziger Stürmer neben Dagenais mit einer positiven +/-) wurden mit ebensovielen neuen „Fremdarbeitern“ mehr als kompensiert: Neuer Spielmacher soll der großgewachsene Amerikaner Craig Darby werden, der - nachdem er sich eigentlich nur in zwei Saisonen um die Jahrhundertwende in der NHL festsetzen konnte - bis 2006 durch die AHL tingelte und im Vorjahr für Augsburg 51 DEL-Punkte in 52 Spielen holte. Aus Jesenice kamen gleich zwei im Vorjahr sehr starke Angreifer: Der Kanadier Jean-Philippe Paré (27) soll jener Center werden, der Torjäger Dagenais mit Vorlagen füttert, während Sloweniens Nationalspieler Tomaž Razingar (28) die Assists von Darby im anderen Sturmduo in Tore ummünzen soll. Allerdings darf bei Razinger, dem ein entsprechender Ruf vorauseilt, abgewartet werden, wie schnell und gut er sich in Innsbruck einlebt, denn außerhalb Jesenices konnte er bisher kaum für Furore sorgen.
Von den Österreichern blieben nur zwei Stützen aus dem Vorjahr am Inn: Der derzeit noch verletzte Klagenfurter Heimo Lindner (29), der in insgesamt vier Jahren beim HCI in 168 Partien respektable 159 Punkte scorte, sowie der von Salzburg für ein zweites Jahr ausgeliehene Thomas Auer (24). Hingegen neu von der Salzach geholt wurde der gebürtige Villacher Martin Pewal (29), der beim Meister keine Zukunft mehr hatte und in Innsbruck bereits beim vierten EBEL-Verein seiner Karriere angeheuert hat. Aus Klagenfurt angelte sich der HCI mit Harald Ofner (24) einen weiteren Kärntner, der sich in der Vorbereitung bereits bestens in Form zeigte und mit Paré und Dagenais überraschend den ersten Angriffsblock von Trainer Cortina bildete.
Nach diesen acht Angreifern folgt im Kader der Tiroler dann jedoch die große Kluft zum Rest der Ergänzungsspieler. Thomas Müller (25), im Vorjahr mit acht Scorerpunkten noch der Beste aus dieser Kategorie, hat, sollte der Kader unverändert bleiben, noch die besten Chancen auf einen Platz im dritten Block. Hinter ihm stehen mit den aus der U20 hochgezogenen Andreas Hanschitz (20) und Manuel Praty (19) zwei junge Spieler mit wenig Erfahrung. Selbt wenn man sie mitzählt, stehen nur elf Angreifer im Kader der Haie – deutlich zu wenig für eine lange EBEL-Saison, in der man endlich wieder oben mitspielen möchte. Ergo: Zusätzliche Neuverpflichtungen sehr wahrscheinlich!

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TRAINER
„Jedes Jahr ein neuer Trainer“ scheint das Motto in Innsbruck zu sein. Seit dem Bundesliga-Einsteig im Jahr 2000 schwangen schon Miroslav Berek, Lars-Erik Lundström, Doug Bradley, Tommy Samuelsson, Alan Haworth und Larry Sacharuk das Trainerzepter beim HCI, in der Saison 2007/08 steht mit Pat Cortina wieder ein neuer Übungsleiter an der Bande. Der 42jährige Kanadier mit italienischen Wurzeln, geboren in Montreal, hat eine sehr untypische Trainerkarriere hinter sich, war er doch schon im Alter von nur 24 Jahren Coach in Italiens zweiter Liga und mit 27 Co-Trainer der italienischen Olympiaauswahl bei den Spielen in in Albertville. Mehreren Stationen in der Serie A - unter anderem in Asiago, mit dem er im Jahr eins nach der Alpenliga eine Serie von 40 Spielen ohne Niederlage hinlegte - folgte schließlich 2001 die fast logische Bestellung zum italienischen Nationaltrainer.
Als Klubtrainer arbeitete der sich selbst als „fordernden Trainertypen“ Bezeichnende später beim Neo-EBEL-Klub Székesfehérvár, den er 2006 bis ins Finale des Continental-Cups führte. Schon zwei Jahre zuvor wurde er zum Coach der ungarischen Nationalmannschaft ernannt – einen Job, den er bis heute inne hat. Bei der letzten WM der Division I im April in Slowenien stand am Ende nur das Gastgeberteam vor den Ungarn, was Cortina eine erneute Vertragsverlängerung beim Verband einbrachte.
Trotz seines jungen Alters hat der neue Innsbruck-Trainer also bereits jede Menge Erfahrung in seinem Beruf gesammelt, allerdings – und das könnte ein Problem sein – immer nur in eher schwachen Ländern bzw. Ligen mit teilweise (halb-)amateurisiertem Spielbetrieb. Doch seine Erfolge mit Székesfehérvár und dem ungarischen Nationalteam machten in der jüngeren Vergangenheit langsam die Runde und brachten ihm schließlich im Oktober letzten Jahres eine Anstellung beim deutschen Zweitligisten EHC München, den er aus dem Tabellenkeller bis ins Halbfinale der Play-Offs führte. Dann kam das Angebot aus Innsbruck, das Cortina annahm, da er sich mit dem sportlichen Leiter Patrik Aronsson schnell auf einer Wellenlänge wiederfand und außerdem nun ein Stück näher bei seiner in Südtirol lebenden Familie arbeiten konnte.
Cortina kann als einer der experimentelleren Trainertypen der Liga gesehen werden, im Umgang mit der Mannschaft agiert er eher hart – eigentlich genau das, was Innsbruck gebraucht hat. Es wird spannend, zu sehen, was er mit seiner Art, Coach zu sein, in Tirol erreichen kann.

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08.09.07

EUROREGIONE ICE HOCKEY CHALLENGE



Spielplan

8.9. VSV - HC Alleghe 9:1 (2:0, 2:0, 5:1)
9.9. Aquile FVG Pontebba - Olimpja Ljubljana 1:4 (0:0, 0:3, 1:1)
11.9. HC Fassa - Aquile FVG Pontebba 3:2 (1:0, 1:1, 1:1)
12.9. Olimpia Ljubljana - HC Fassa 3:1 (1:0, 1:0, 1:1)
13.9. HC Alleghe - HCJ Milano Vipers 3:2 (0:1, 1:0, 2:1)
15.9. HCJ Milano Vipers - VSV 1:6 (0:3, 0:2, 1:1)
16.9. Finale: Olimpija Ljubljana - VSV 2:4 (0:1, 2:1, 0:2)


Tabellen

Gruppe A:

1. Olimpja Ljubljana - 2/4, 7:2
2. HC Fassa - 2/2, 4:5
3. Aquile FVG Pontebba - 2/0, 3:7



Gruppe B:

1. VSV - 2/4, 15:2

2. HC Alleghe - 2/2, 4:11
3. HCJ Milano Vipers - 2/0, 3:9



Zuletzt aktualisiert: 16.09.07, 19.35

NIKI PETRIK ZWEI MONATE OUT?

Nikolas Petrik, der Flügelstürmer der dritten VSV-Reihe, erlitt im heutigen Testspiel gegen den HC Alleghe (9:1) im ersten Abschnitt eine schwere Bänderverletzung. Bestätigt sich der Verdacht eines Risses, dürfte der 23jährige bis Mitte November ausfallen.


Punkteliste Vorbereitungsspiele:

Lanzinger - 6 (4+2)
Peintner - 3 (3+0)
Edgerton - 3 (1+2)
Gauthier - 3 (2+1)
Kaspitz - 2 (1+1)
Stewart - 2 (1+1)
T.Raffl - 2 (1+1)
Bousquet - 2 (1+1)
M.Raffl - 2 (0+2)
Brown - 2 (0+2)
Slivnik - 2 (0+2)
Scoville - 2 (0+2)
Acker - 2 (0+2)
Elick - 1 (1+0)
Toff - 1 (0+1)
Oraze - 1 (0+1)

LIVESCORE VSV - ALLEGHE

Endstand:
EC VSV – HC Alleghe

9:1 (2:0, 2:0, 5:1)

Torfolge: 1:0 Stewart (2./Scoville, Lanzinger/PP2), 2:0 Elick (4./Toff, M.Raffl/PP), 3:0 Lanzinger (30./Acker), 4:0 Peintner (34./SH1), 5:0 Edgerton (44./Oraze, Brown), 6:0 Bousquet (47./Kaspitz, Gauthier/PP), 6:1 Halkidis (49./Lorenzi/PP), 7:1 T.Raffl (52./Slivnik, Lanzinger), 8:1 Peintner (58./Scoville, Stewart), 9:1 Lanzinger (58./Acker, T.Raffl).

VSV-Lineup: Prohaska - Slivnik, Elick; Stewart, Scoville; Oraze, Pfeffer - Bousquet, Gauthier, Acker; Brown, Edgerton, Peintner; T.Raffl, Kaspitz, Petrik; Lanzinger, M.Raffl, Toff.

Strafen: 30:36

Zuschauer: 1.900


Zuletzt aktualisiert: 08.09.07, 21.30

VIDEO-UPDATE

Aufgrund der bescheidenen Qualität von auf youtube.com gehosteten Videos gibt es die beiden vom VSV-Blog veröffentlichten Sequenzen "Marc Brown" und „VSV – Der Verein, zu dem Du stehst“ nun in DVD-Qualität zum Download.

DOWNLOAD MARC BROWN (*.wmv , 20,1MB)
DOWNLOAD VSV – DER VEREIN, ZU DEM DU STEHST (*.wmv, 10,3MB)